Vechta/Calveslage, 10.09.2026. „Wir suchen nicht den perfekten Lebenslauf, sondern junge Menschen, die Lust haben, sich zu entwickeln“, stellte der Geschäftsführer und Teilinhaber der Heinrich Wolking Mühlen- und Maschinenbau GmbH & Co. KG, Michael Wolking, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Arbeitskreises SCHULEWIRTSCHAFT Vechta bei einer Betriebsbesichtigung am Standort in Calveslage vor. „Als Familienunternehmen in der fünften Generation sind wir bereits über 145 Jahre zuverlässiger Partner für die Konzeptionierung, Fertigung und Montage von Anlagen zur Herstellung von Tiernahrung“, vermittelte der Hausherr den Besucherinnen und Besuchern.
Im Jahre 1878 von Franz-Anton Wolking gegründet, hat sich das Unternehmen von einem handwerklichen Mühlenbaubetrieb zu einem mittelständischen Partner für die Hersteller von Tiernahrung, Petfood, Premixen und Betrieben für Rohstoffhandling entwickelt. Die Schwerpunkte des Familienunternehmens liegen dabei in der Planung, Fertigung, Lieferung und Montage von Einzelkomponenten bis hin zu schlüsselfertigen Anlagen
„An zwei Standorten in Calveslage beschäftigt Wolking heute über 100 Mitarbeiter auf einer Büro- und Produktionsfläche von 8.000 Quadratmetern“, gab Wolking Einblicke in die Geschäftsfelder. Die Kunden von Wolking befänden sich in erster Linie im Nordwesten, das als „Zentrum der deutschen Veredelungswirtschaft“ gelte. Weitere kämen aus ganz Deutschland, Österreich, Schweiz, Benelux, den skandinavischen Ländern sowie produkt- und projektbezogen aus weiteren europäischen Ländern. Inzwischen habe man mit Wolking Mühlen- und Maschinenenbau, Waagen- und Dosiertechnik (WDW) und BDW Feedmillsystems drei Unternehmen im Verbund. WDW werde von Bruder Hendrik Wolking und Lars Barkau als Geschäftsführer geleitet. Aktuell zähle das Familienunternehmen allein 13 Auszubildende.
„Wir wollen Fachkräfte frühzeitig selbst entwickeln“, so Wolking. Der eigene Nachwuchs solle möglichst langfristig an das Unternehmen gebunden werden können. „So bleibt Wissen und Erfahrung im Betrieb“, erläuterte der Geschäftsführer einem rund 25-köpfigen Teilnehmerkreis des Wirtschaftsgremiums um Oberstudiendirektor Martin kleine Bornhorst. Der Schulleiter der Adolf-Kolping-Schule in Lohne koordiniert den Arbeitskreis SCHULEWIRTSCHAFT Landkreis Vechta unter dem Dach des Arbeitgeberverbandes Oldenburg. Der Arbeitskreis fördere den Austausch zwischen Schulen, Unternehmen, dem Handwerk und der Industrie im Oldenburger Münsterland. Denn neben dem Interesse an Betriebsbesichtigungen und Ausbildungsmöglichkeiten der Unternehmen vor Ort gehe es dem Arbeitskreis auch immer darum, mit Unternehmen und Partnern die Zusammenarbeit mit Schulen zu verbessern.
„Wie geht es nach der Schule weiter?“, fragen sich Jugendliche. „Wie gelingt unsere Nachwuchssicherung?“, fragen sich Arbeitgeber. SCHULEWIRTSCHAFT bildet hier das passende Netzwerk für die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft. „Wie bekommen Jugendliche früher realistische Einblicke in das Berufsleben?“, lautete daher auch eine zentrale Frage der Veranstaltung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachen auch darüber, was Jugendlichen heute fehle, um „fundierter“ eine Berufswahl treffen zu können.
„Welche Praktikumsformate funktionieren für Schulen und Betriebe?“, stand ebenfalls zur Debatte. Theresa Sandmann, die als zentrale Ansprechpartnerin für Ausbildung und Bewerbung bei Wolking zur Verfügung steht, wünschte sich „mehr Praxisanteile in den Schulen“. Die Firmengruppe Wolking sei nach eigenen Angaben bemüht, Jugendlichen möglichst „niederschwellige“ Kennenlernangebote zu machen. „Ein langes Bewerbungsanschreiben verlangen wir gar nicht mehr“, sicherte der Geschäftsführer Wolking zukünftigen Auszubildenden zu. „Man sollte den Namen des Unternehmens, wo man sich bewirbt, allerdings schon richtig schreiben können“, forderte der Unternehmer ein „Interesse am Beruf“ ein. Außerdem sei dem Familienunternehmen Zuverlässigkeit, Lernbereitschaft und Teamfähigkeit wichtig. Hilfreich seien zudem Vorkenntnisse, Geschick im Berufsfeld, Kommunikation und Freizeitaktivitäten, die mit Mannschaftssport und anderem ihre Kollegialität unter Beweis stellen.
Seine Firma erlebe eine „Win-Win-Situation“, pflichtete auch sein Vater Heinrich Wolking bei, der ebenfalls auch noch als Geschäftsführer im Familienunternehmen tätig ist. Denn seit über 16 Jahren bestehe mit der St. Johannes-Schule in Bakum eine Schulkooperation. Ob Schulmesse, Bewerbungstraining oder die Begleitung im Technik-Unterricht – das Unternehmen Wolking und die Bildungseinrichtung arbeiteten „Hand in Hand“ zusammen. In ihrer Azubi-Werkstatt bildet Wolking allein in sieben verschiedenen Ausbildungsberufen aus. Wer „noch planlos“ sei, könne auch erst noch ein Praktikum machen. Schülerinnen und Schülern biete das Unternehmen darüber hinaus die Teilnahme am Zukunftstag (Donnerstag, 22. April 2027) und Ferienjobs an.
Einen Überblick über das Ausbildungsangebot der H. Wolking Mühlenbau-Maschinenbau GmbH & Co. KG gibt es hier: https://www.wolking-muehlenbau.de/de/azubi-landingpage
Quelle: Jan Röttgers


