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Veränderung braucht Zumutungsmut

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Politikwissenschaftler und Wahlforscher Karl-Rudolf Korte Gast des Arbeitgeberverbandes Oldenburg

Oldenburg, 08.05.2026. Dass sich in Deutschland etwas ändern muss, darin sind sich alle einig. Doch mit Veränderungen tun sich die Deutschen schwer, konstatierte Politikwissenschaftler und Wahlforscher Karl-Rudolf Korte, emeritierter Professor der Universität Duisburg-Essen. „Der deutsche Wähler ist nicht sehr experimentierfreudig, sondern äußerst sicherheitsorientiert.“

Der Arbeitgeberverband Oldenburg e.V. hatte in das EWE Forum | Alte Fleiwa zu seiner traditionellen Vortragsveranstaltung "Wirtschaft und Politik" geladen. Prof. Kortes Thema: „Zumutungsmut – Wie wir mit Verantwortung den Standort Deutschland verändern.“ AGV-Vorsitzender Martin Steinbrecher sagte vor 150 Gästen in seiner Begrüßung: „Zwei Wörter fallen in diesem Titel auf: Mut und Verantwortung. Von beidem haben wir dieser Tage zu wenig“. Deutschland drohe ein weiteres Jahr ohne Wirtschaftswachstum, warnte Steinbrecher. Der Iran-Krieg sei nicht die Ursache für die Wirtschaftsflaute, die hierzulande schon seit 2019 herrsche. Die Folgen des Nahostkonflikts verschärften die ökonomische Depression lediglich. Martin Steinbrecher erklärte: „Lassen Sie es mich deutlich sagen: Die Karre steckt tief im Dreck. Um die wieder flott zu kriegen, müssen wir alle unsere Komfortzone verlassen. Das heißt: absteigen und schieben. Mag es auch noch so weh tun. Es braucht deshalb endlich eine umfassende Therapie, um den Standort zu stärken."

In seinem Vortrag warf Prof. Karl-Rudolf Korte dem Kanzler das Simulieren von Handlung vor: Merz ordne Veränderungen mit erhobenem Zeigefinger an, ohne die Bürger mitzunehmen. Doch solche Anordnungen würden nicht befolgt – nicht mal von seinem eigenen Kabinett. So veränderungsscheu der deutsche Bürger grundsätzlich auch sei: Dieser wisse auch, dass sich etwas ändern muss. Und dadurch ergebe sich gerade ein „Zeitfenster für Veränderungen“, analysiert Korte. Und die Politik habe ebenfalls feststellen müssen, dass auch oder vielmehr erst recht wenn sich nichts ändert, der Wutpegel der Bürger nur weiter wächst.